Vorwort

Das Kleinkind weiß, was das Beste für es ist.
Lasst uns selbstverständlich darüber wachen,
dass es keinen Schaden erleidet.

Aber statt es unsere Wege zu lehren,
lasst uns ihm Freiheit geben,
sein eigenes kleines Leben
nach seiner eigenen Weise zu leben.
Dann werden wir, wenn wir gut beobachten,
vielleicht etwas über die Wege der Kindheit lernen.

Maria Montessori


Die vorliegende Konzeption soll als Richtlinie für die Arbeit in der Kinderkrippe Wichtelstube betrachtet werden. Sie orientiert sich in ihren Inhalten an dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir sehen es als unsere Aufgabe, sie immer wieder zu überprüfen und den Veränderungen anzupassen. Die Konzeption wurde erstellt für die Mitarbeiterinnen, Eltern, und für alle, die an unserer Arbeit interessiert sind.

1. Beschreibung der Krippe

In der Kinderkrippe Wichtelstube stehen 6 Gruppen für je 12 Kinder im Alter von 10 Monaten bis 3 Jahren zur Verfügung. Zum Wohle der Kinder nehmen wir in der Gruppe maximal nur 12 Kinder auf. Da jedoch nicht jedes Kind jeden Tag anwesend ist, können einzelne Plätze geteilt werden, so dass insgesamt mehr als 12 Betreuungsverträge vorliegen können. Ganz bewusst verzichten wir vor allem aus pädagogischen Gründen und zum Wohle der Kinder auf eine Überbelegung der Gruppen. Das pädagogische Personal pro Gruppe setzt sich zusammen aus einer Erzieherin, einer Kinderpflegerin und einer Erzieherpraktikantin.

Der moderne Neubau der Kinderkrippe Wichtelstube bietet den Kindern ein großzügiges Raumangebot. Helle und freundlich gestaltete Gruppenräume laden zum Spielen ein. In den Spielfluren, der Turnhalle und den Bewegungsräumen finden die kleinen Wichtel jede Menge Platz zum Toben.

Der weitläufige und kindgrechte Garten ermöglicht viel Bewegung im Freien.

2. Öffnungszeiten

Die derzeitigen Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag:

Vormittagsgruppe: 07.30 - 13.00 Uhr
Ganztagsgruppe: 07.30 - 16.00 Uhr
Frühgruppe: 07.00 - 07.30 Uhr

Die Betreuungszeiten können von den Eltern individuell gebucht werden und werden dementsprechend abgerechnet.

Die Krippe ist 6 Wochen im Jahr geschlossen. Es gelten die üblichen Feiertage.

3. Aufnahmekriterien

Es werden vorrangig nur Kinder, die zusammen mit ihren Eltern oder Personensorgeberechtigten ihren Hauptwohnsitz in der Stadt Abensberg haben, aufgenommen. Sollten während des Jahres noch mehrere Plätze frei sein, können auch Kinder aus anderen Orten aufgenommen werden. Selbstverständlich sind wir auch offen für Kinder mit Behinderungen und einem besonderen Förderbedarf.

Berücksichtigt werden vor allem Kinder von allein erziehenden Müttern / Vätern und von Auszubildenden.

Bei uns können die Kinder ganzjährig aufgenommen werden. Sobald ein Platz frei wird, vergeben wir ihn gern. Für die Kinder, die nicht sofort einen Platz erhalten, führen wir eine Warteliste.

Bei telefonischen Anfragen nehmen wir einige Daten auf und vereinbaren einen ersten Termin zum Kennen lernen. Dieser Termin gibt den interessierten Eltern und Kindern die Gelegenheit sich die Räumlichkeiten der Krippe in Ruhe anzuschauen, einen ersten Eindruck zu erhalten und sich vor Ort ausführlich zu informieren.

4. Das Kind - Die Persönlichkeit

"Das Bild vom Kind"

Der neugeborene Mensch kommt als "kompetenter Säugling" zur Welt - dies belegt die entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Säuglings- und Kleinkindforschung. Bereits unmittelbar nach der Geburt beginnt der Säugling, seine Umwelt zu erkunden und mit ihr in Austausch zu treten.

Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessen Verantwortung, denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt. Bereits sehr kleine Kinder sind eher aktive Mitgestalter ihres Verstehens als passive Teilhaber an Umweltereignissen und können ihre Bedürfnisse äußern.
Jedes Kind unterscheidet sich durch seinen Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern. Es bietet ein Spektrum einzigartiger Besonderheiten durch sein Temperament, seine Anlagen, Stärken, Bedingungen des Aufwachsens, seine Eigenaktivität und sein Entwicklungstempo. die Entwicklung des Kindes erweist sich als ein komplexes, individuell verlaufendes Geschehen.(vgl. Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan, 2006)

Es ist uns wichtig die Persönlichkeit eines Kindes zu respektieren und sehr behutsam mit ihm umzugehen.
Dazu ist es notwendig das einzelne Kind gut zu beobachten. In den ersten Lebensjahren geht die Entwicklung oft sehr schnell vor sich. Es gibt dabei individuell unterschiedlich stattfindende Entwicklungsschritte, die wir mit unserem pädagogischen Handeln unterstützen und fördern.
Vieles kann man getrost „erwarten", bei manchen Verzögerungen ist ein unmittelbares agieren "notwendig".

Die Pflegemaßnahmen nehmen bei Kleinkindern einen breiten Raum ein. Sie sind wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden. Körperpflege, Schlafbedürfnisse und das Einnehmen der Mahlzeiten sind für unsere Kinder von elementarer Bedeutung. Deshalb wird dem Kind die Möglichkeit gegeben seinem eigenen Essens- und Schlafrhythmus zu folgen.

Auch die kreative Zeit, sei es spielen oder malen, wird von den Mitarbeiterinnen situationsbedingt gestaltet. Somit kann jedes Kind spielerisch und individuell in einer kleinen Gruppe seine Umwelt erobern, sich und andere Kinder entdecken lernen und auf diese Weise immer mehr seine Persönlichkeit entwickeln.

Durch regelmäßige Spaziergänge und Ausflüge mit unseren Krippenwägen in die nähere und weitere Umgebung ermöglichen wir den Kindern, Neues zu erkunden, vielfältige Erfahrungen zu sammeln und stärken dadurch zusätzlich den Gemeinschaftssinn. Themen und Projekte werden durch verschiedene Ausflugsziele intensiv erlebt und gefestigt. (z.B. Obst einkaufen während der gesunden Woche, Bauernhof besuchen beim Thema Bauernhof,…..)

Der regelmäßige Aufenthalt im Garten kommt der Bewegungslust der Kinder entgegen und durch vielfältige Spielstationen werden altersgerechte Erfahrungen möglich. Sinneswahrnehmungen werden durch den Aufenthalt in der natur positiv beeinflusst.

5. Eingewöhnungszeit

Der Eintritt des ersten Kindes in die Kinderkrippe hat für Eltern und Kinder den Charakter der Erstmaligkeit / Einmaligkeit. Für die Familien ist die Aufnahme ihres Kindes in die Kinderkrippe etwas Neues und Fremdes, das evtl. mit Unsicherheit behaftet ist. Um die Trennungssituation von der Familie gut zu gestalten und das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen, ist eine behutsame Eingewöhnung in die Kinderkrippe in Anwesenheit einer Bezugsperson notwendig. Um mit jeder Familie die Eingewöhnungsphase individuell zu gestalten, wird nach Möglichkeit jeweils nur ein Kind in einer Gruppe neu aufgenommen.

Zusätzlich zu ausführlichen Gesprächen erhalten die Eltern ein Informationsblatt.

Die Aufsichtspflicht des Personals über die Kinder beginnt erst, wenn die Eltern das Kind beim Betreuungspersonal persönlich abgegeben hat und sich auch vergewissert haben, dass diese das Kind bemerkt hat.
Ebenso endet die Aufsichtspflicht, wenn das Betreuungspersonal das Kind den Eltern wieder übergibt.

Bei Festen und Veranstaltungen der Kinderkrippe mit Eltern, liegt die Aufsichtspflicht grundsätzlich bei den Eltern.

6. Pädagogische Gesichtspunkte

Grundsätzlich bieten wir den Kindern alles an, was ihnen Freude und Spaß bereitet und was ihre Entwicklung unterstützt. Dabei orientiert sich unsere pädagogische Arbeit an den Erfahrungs- und Entwicklungsstand der Kinder. Das ganzheitliche Verständnis von Bildung begründet sich in so genannten Leitzielen, an denen sich die Bildungs- und Erziehungsarbeit orientiert:

  • Stärkung kindlicher Autonomie und sozialer Mitverantwortung
  • Stärkung lernmethodischer Kompetenz
  • Stärkung des kompetenten Umgangs mir Veränderungen und Belastungen
Besondere Berücksichtigung finden das Verhältnis von Bildung und Entwicklung, Bildung und Erziehung, Spielen und Lernen und Verknüpfung von Spielen und Lernen. Des Weiteren werden Bedingungen, Potentiale, Interessen, Atmosphäre und Lernumgebung bei der Arbeit in einer Kindertagesstätte zu beachten sein. Unsere Aufgabe wird es sein, in der täglichen Arbeit mit den Kindern aus der Kinderkrippe Wichtelstube, diese Grundsätze zu beachten und in Erfahrungen für die Kinder um zu setzen.

Ein wichtiger Bestandteil für Krippenkinder ist hierbei die Sinneserfahrung. Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Tasten ist von großer Bedeutung um sich selbst und seine Umwelt wahrzunehmen. Wir setzen dies um z.B. durch Spazierengehen im Regen, Barfuss laufen im Sand, Herumwälzen im Herbstlaub ...

Selbstverständlich haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten Materialien (Papier, Knete, Fingerfarben, Naturmaterialien, ...) Erfahrungen zu sammeln um somit auch ihre Motorik und Kreativität anzuregen.

Durch Sprechen, Singen, Fingerspiele, Bücher etc. fördern wir die Sprachentwicklung der Kinder.

Auch die Freude an der Musik wird durch Bewegungsspiele und Musikinstrumente jeglicher Art (auch selbst gebastelte) gern unterstützt. Sei es ein Topf mit Kochlöffel oder irgendein anderes Spielzeug, der Phantasie der Kinder sind keine Grenzen gesetzt.

Bei unserer Arbeit orientieren wir uns stets an dem Rahmen, den uns der Bayerische Erziehungs- und Bildungsplan bereitstellt. Im Mittelpunkt steht jedoch immer das Bildungsbedürfnis des Einzelnen Kindes.

Wichtig sind hierbei der Erwerb und die Stärkung von Basiskompetenzen. Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in einer dinglichen Umwelt auseinanderzusetzen. Basiskompetenzen sind Richtschnur und Zielsetzung jeder Bildungs- und Erziehungsarbeit im Elementarbereich.
Es ist zu beachten, dass Kompetenzen nicht isoliert erworben werden, sondern stets im Kontext aktueller Situationen, sozialen Austauschs und behandelter Themen stehen und sich damit anhand der dargelegten Bildungs- und Erziehungsbereiche gestaltet.

Nachstehend werden wichtige Kompetenzen näher aufgeführt:

6.1. Personale Kompetenzen
Selbstwahrnehmung
Motivationale Kompetenzen
Kognitive Kompetenzen
Physische Kompetenzen

6.2. Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext
Soziale Kompetenzen
Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz
Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme
Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

6.3. Lernmethodische Kompetenz
Lernmethodische Kompetenz - Lernen, wie man lernt

6.4. Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen
Wiederstandsfähigkeit
(vgl. BEP, 2006)

7. Elternarbeit

Familie und Kinderkrippe sind gemeinsam für das Wohl der Kinder verantwortlich. Uns geht es darum, gleichberechtigte Beziehungen herzustellen, die eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und Krippe auf der Basis gegenseitigen Vertrauens ermöglicht.

Aus diesem Grund bieten die Mitarbeiterinnen den Eltern ausführliche Informationen über den Tagesablauf, den Alltag in der Krippe und den aktuellen Entwicklungsstand der Kinder an.

Die täglichen Tür- und Angelgespräche ermöglichen sowohl den Eltern als auch den Betreuerinnen, individuelle und situationsbedingte Informationen auszutauschen. Dies schafft auf Dauer Sicherheit und Vertrauen im Umgang miteinander.

Zu dieser Sicherheit gehören auch fest vereinbarte Einzelgespräche, für die wir uns gerne Zeit nehmen.
Um Kontakte und Beziehungen zwischen den Eltern zu fördern, bieten wir regelmäßig Eltern- und Gesprächsabende, sowie Bastelnachmittage und Feste an.

8. Ernährung

In der Frühgruppe ab 7.00 Uhr gibt es für die Wichtel je nach Vorliebe Marmeladenbrote, Müsli, Obst und Joghurt zum Frühstück.

In der Wichtelstube gibt es für alle Kinder zur Vormittags-Brotzeit frisches Obst. Beim Vorbereiten und Schneiden dürfen einzelne Kinder gerne mithelfen.

Zum Mittagessen gibt es frisch zubereitetes Essen. Um den Eltern Einblick zu geben, hängt ein wöchentlicher Essensplan aus.

In den Ganztagsgruppen essen die Kinder Nachmittags nochmals zusammen eine leckere Brotzeit.

Getränke stellt die Wichtelstube in Form von ungesüßtem Tee zur Verfügung.

Um auf allergische Kinder Rücksicht zu nehmen, bitten wir die Eltern, den Kindern keine Süßigkeiten zur Brotzeit mitzugeben.

9. Qualität der Betreuung

Um Kinder in ihrer Entwicklung und Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe kompetent unterstützen zu können, kommt es auch auf die Persönlichkeit und die Qualifikation des Fachpersonals in der Krippe an.

Durch regelmäßige Fallbesprechungen, Einzel-, Gruppen- und Teamgespräche, Beratungen, Einzel- und Teamfortbildungen sowie die Lektüre von Fachliteratur sichern wir die hohe Qualität unserer Arbeit.

10. Ausblick

Die Öffnung der Kinderkrippe insbesondere zu Fachdiensten und sozialen Einrichtungen wird in Zukunft unter dem Gesichtspunkt der „Vernetzung" von zentraler Bedeutung sein und wir versuchen diese durch Projekte in die Wege zu leiten.

Zusätzlich planen wir von der Wichtelstube im Rahmen unserer Gesamtkonzeption ein schritt weises und behutsames altersübergreifendes Arbeiten zwischen der Kinderkrippe und den Abensberger Kindergärten. Jedoch liegen dazu noch keine Konzepte vor.

Nachwort

Dieses Konzept unterliegt der ständigen Überprüfung durch die Praxis. Ergibt sich aus der täglichen Arbeit die Notwendigkeit einer Änderung, so wird diese dahingehend weiterentwickelt.

Unsere Konzeption orientiert sich am Bayerischen Bildungs- und erziehungsplan und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unsere Konzeption entwickelt sich stetig weiter.

Wir stehen neuen Erkenntnissen der Pädagogik immer offen gegenüber, betrachten sie aber kritisch und messen sie an der Praxis. Das Team wird aufmerksam beobachten, was sich für die Kinder verändert, wenn pädagogische Konzepte und die Gestaltung des Alltagslebens verändert werden.

Abensberg, im Januar 2008

Kinderkrippe Wichtelstube

In der Kinderkrippe Wichtelstube stehen 6 Gruppen für je 12 Kinder im Alter von 10 Monaten bis 3 Jahren zur Verfügung. Zum Wohle der Kinder nehmen wir in der Gruppe maximal nur 12 Kinder auf. Da jedoch nicht jedes Kind jeden Tag anwesend ist, können einzelne Plätze geteilt werden, so dass insgesamt mehr als 12 Betreuungsverträge vorliegen können. Ganz bewusst verzichten wir vor allem aus pädagogischen Gründen und zum Wohle der Kinder auf eine Überbelegung der Gruppen. Das pädagogische Personal pro Gruppe setzt sich zusammen aus einer Erzieherin, einer Kinderpflegerin und einer Erzieherpraktikantin.

Der moderne Neubau der Kinderkrippe Wichtelstube bietet den Kindern ein großzügiges Raumangebot. Helle und freundlich gestaltete Gruppenräume laden zum Spielen ein. In den Spielfluren, der Turnhalle und den Bewegungsräumen finden die kleinen Wichtel jede Menge Platz zum Toben.

Der weitläufige und kindgrechte Garten ermöglicht viel Bewegung im Freien.

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